Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv des St. Galler Tagblatts vom Donnerstag, 14. Mai 1998

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Ins Jahr 2009 gespäht

«Stimmen zur Zeit»: Eine Phantasiereise über die Jahrtausendwende hinweg

Mosaikstein für Mosaikstein bauten Bürger am Rande der geschichtlichen Helvetikausstellung an einem Romanshorn der Zukunft. Stimmen zur Zeit sind auch heute Donnerstag in der Alten Kirche zu hören.

CHRISTOPHZWEILI

Bemerkenswert: Da wird einer angehalten, sich von der Muse küssen zu lassen, schreibt ein Theaterstück und wirft es dann weg, nur um auch andere einzuladen, ihre Gedanken zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Romanshorn mit Liedern, Kurzvorträgen oder Theaterszenen zu äussern. Christoph Sutter fand Gleichgesinnte. Der erste der beiden Mosaikabende am Dienstag geriet zum bunten, manchmal schrillen Kaleidoskop der Befindlichkeiten - nicht ohne nachdenkliche Untertöne.
Ein Appenzeller Ensemble mit Hackbrett und Cello stimmte urschweizerisch ein, bevor Bürger Walter Anderes, von der aktuellen Leitbild-Diskussion sichtlich ermuntert, das riesige Trinkwasserreservoir vor der Haustüre lobte und um Verständnis für eine Behörde warb, «die sich nach Kräften bemüht». Ob soviel Liebe für das «herrliche Fleckchen Erde» gerührt, machte sich die Klasse Scheuner bemerkbar: In T-Shirts mit dem Aufdruck «I love TG» und mit einer Techno-Version des Thurgauer Lieds. Zur infernalischen Begleitung ab «Ghettoblaster» wurden idyllische Landschaftsdias gezeigt und Folien projiziert. Was schien näher, als Karl Zimmermanns Gedanken zu Kirche, Staat und Macht nach diesem musikalischen Kontrastpunkt zuerst einmal ironisch aufzunehmen?Dem Pastoralassistenten war's aber bitterernst: Das Bistum Basel mit rund einer Million gläubiger Katholiken kenne das Bischofswahlrecht. «Stimmberechtigt», sagte Zimmermann wörtlich, «sind aber nur 18 Domherren. Die übrigen 999 982 Katholiken haben nichts zu sagen.» Die Demokratie sei keine Erfindung der katholischen Kirche «und die Konfessionslosen heute die grösste konfessionelle Gruppe im Bistum». Visionär Georges-André Meier entführte ins Jahr 2009, wo in der «Perle am Bodensee» mit 12 000 Einwohnern, S-Bahn, Schnellboot-Verbindung, Kulturausstellung in der «Aquarena», Weiterbildungszentrum in den Lagerhäusern, Hightech-Center im Alkoholdepot, Vinothek am Hafen und Fischbeiz im Güterschuppen schon Alltag sind.Den abschliessenden Glanzpunkt setzte die Theatergruppe der Kantonsschule unter Leitung von Paul Gerhard Engeli. «Es ist fini mit dem Kantönligeist» hiess es unter anderem in den historischen Szenen rund um den demonstrierten Willen zur Selbstbestimmung im Thurgau. Wirklich?
Wanderausstellung bis 18. Mai zum Jubiläum 200 Jahre Freistaat Thurgau und 150 Jahre Bundesstaat. Öffnungszeiten: Werktags - 14 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag - 10 bis 20 Uhr.

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