Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv des St. Galler Tagblatts vom Donnerstag, 16. September 1999

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Wem gehört die Erde?

Podiumsdiskussion zu Kirche, freie Marktwirtschaft und Solidarität

Die Welt ist schnelllebig und vieles auf den wirtschaftlichen Profit ausgerichtet. Grundsätzliche Fragen versaufen oft in der täglichen Hektik. Morgen Abend diskutiert ein Romanshorner Podium über freie Marktwirtschaft und Solidarität.

jürg ackermann

Seit einem Jahr treffen sich rund zehn Romanshornerinnen und Romanshorner. Sie diskutieren regelmässig über grundsätzliche Fragen, zur Kirche oder zur freien Marktwirtschaft. «Der Wille sich mit etwas auseinanderzusetzen, hat zusammengeschweisst. Das war ein spannender Prozess», berichtet Gabriele Zimmermann.
Aus den Diskussionen ist ein Thesenpapier entstanden, über das morgen Abend debattiert wird. Die Podiumsveranstaltung findet um 20 Uhr im evangelischen Kirchgemeindehaus statt.

Blanke Logik des Marktes?

«Wir wollen auch Leute ansprechen, die mit der Kirche nicht viel zu tun haben», sagt Gabriele Zimmermann vom katholischen Pfarramt. «Die blanke Logik des Marktes ist ein Mythos», denkt Ernst Lanz nach. Auch ein ganzheitlicheres Denken und Verhalten seien Ziel. Es nütze nichts am Sonntag etwas zu predigen und an den anderen sechs Tagen etwas Anderes zu tun, so die Organisatoren.

Neues Zusammenleben?

Das Podium geht auf eine ökumenische Idee zurück. Diese ist von Mitgliedern der Schweizer Bischofskonferenz und vom Vorstand des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes vor 20 Monaten entwickelt worden. Die bisherigen Grundlagen des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenlebens seien aufgrund veränderter Rahmenbedingungen in Frage gestellt, kamen die Kirchen zum Schluss. Deshalb brauche die Schweiz neue Grundlagen und die Bevölkerung müsse sich auf einen neuen Gesellschaftsvertrag verständigen, schreiben die beiden Organisationen. Eine tragfähige Solidarität und gesellschaftliche Freiheit seien ebenso wichtig wie die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wurde die Ökumenische Konsultation ins Leben gerufen. Sie wird schon bald die Ideen und Vorschläge zur Zukunft, die Theaterstücke, Filme, Bilder und Visionen aus allen Regionen der Schweiz sammeln. In Romanshorn wurde ein Beitrag in Form der ins Leben gerufenen Diskussionsgruppe geleistet.Auf dem Podium im evangelischen Kirchgemeindehaus sind morgen Abend Leute quer aus der ganzen Bevölkerung vertreten: Beat Dietschy, Arbeitsstelle der evangelischen Kirchen; Gertrud Schneider, Katechetin; Alfred Müller, Firma Stutz; Christian Hug, Sozialdienst Romanshorn; Max Amherd, Behinderter; Heinz Herzog, Gewerkschafts-Sekretär; Rita Schirmer, Sachbearbeiterin. Die Diskussionsleitung hat Dorothee Lemke.Die Veranstaltung trägt den Titel «Der Himmel gehört allen, die Erde wenigen - die Kirchen im Spannungsfeld von freier Marktwirtschaft und Solidarität». Diskutiert werden neue Arbeitsmodelle, Leitplanken zur Marktwirtschaft oder der Wachstumsgedanke. Auch Fragen zur Globalisierung und Fürsorge werden angeschnitten. «Es werden brisante Themen sein», blickt Ernst Lanz voraus.

Weg gibt Impulse

Am Sonntag, 19. September, findet als eine Art Fortsetzung in der katholischen Kirche um 10.15 Uhr ein ökumenischer Bettags-Gottesdienst zur Frage «Reich-Sein für mich? Reich-Sein vor Gott?» statt. Wer sich besonders darauf einstimmen will, kann sich ab 9.15 Uhr bei der evangelischen Kirche auf einen «Impulsweg» zur Schöpfungszeit begeben. Er führt bis zur katholischen Kirche. Anschliessend an den Gottesdienst gibts einen Apéro im Pfarreiheim und Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch.

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