Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv des St. Galler Tagblatts vom Donnerstag, 8. Februar 2001

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Und es werde Ökolicht

Katholische Kirche übernimmt Vorreiterrolle beim Bezug von ökologisch erzeugtem Strom

Die Romanshorner Katholikinnen und Katholiken lassen sich ihre Liebe zur Schöpfung etwas kosten: Sie zahlen in diesem Jahr 3000 Franken zusätzlich an die normal anfallenden Stromkosten. Dieses Geld fördert die Ökostromproduktion via Biogasanlagen.

christa kamm-sager

Einstimmig sagten die Kirchbürgerinnen und -bürger kürzlich an der Rechnungsversammlung Ja zu mehr Nachhaltigkeit in ihrer Kirchgemeinde: Die Romanshorner Katholiken beziehen in diesem Jahr 20000 Kilowattstunden Strom aus Biogasanlagen - den gesamten Stromverbrauch für die grosse Kirche.

In Mörschwil und Goldach

Wie funktionieren solche natürlichen Kleinkraftwerke? Die Biogasanlagen nutzen das Energiepotenzial der hofeigenen Gülle. Neben Gülle und Mist können in diesen modernen Anlagen aber auch Grünabfälle von Gemeinden und Grossverteilern, aus Restaurants und Gärtnereien verwertet werden. Die dafür vergüteten Entsorgungsgebühren verhelfen Landwirten zu einem willkommenen Nebenerwerb. In der näheren Region gibt es in Goldach einen Vorzeigebetrieb, wie Thomas Böhni vom Frauenfelder Büro Energie & Umwelt GmbH Auskunft gibt. Aber auch auf einem Hof in Mörschwil und dem thurgauischen Bissegg wird Biogas-Strom produziert und ins Netz eingespiesen.

Block-Heizkraftwerk

Insgesamt produzieren bis jetzt, von der Westschweiz bis zum Bündnerland, zehn Bauernhöfe Biogas-Strom. Zwei Kirchgemeinden im Kanton Thurgau unterstützen diese nachhaltige Produktionsweise. Die Katholische Kirchgemeinde Frauenfeld kauft Solarstrom und Katholisch-Romanshorn seit neuestem Biogasstrom.In den Biogasanlagen, die einen Platz von 10 auf 13 Metern benötigen, wird durch einen Zulauf die Gülle vom Stall in eine Vorgrube geleitet und dort mit den übrigen Grünabfällen vermischt. Von der Vorgrube gelangt das Material zur Vergärung in einen stehenden Fermenter. Das hier produzierte Biogas wird anschliessend gereinigt, in einem Gasspeicher aus dehnbarem Kunststoff zwischengelagert und dann im nachgeschalteten Blockheizkraftwerk verstromt.

Überschuss 65 Prozent

Der Überschussanteil, welcher ins örtliche Netz eingespiesen werden kann, beträgt etwa 65 Prozent. Dieser Anteil steht als Ökostrom zur Verfügung. Die neue Motorentechnik (Zündstrahl-Motor) ermöglicht im Vergleich zu bisherigen Anlagen eine um 30 Prozent höhere Stromausbeute. Die gleichzeitig anfallende Wärme lässt sich zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung nutzen.

Ökogruppe im Pfarreirat

Mit dem Verkauf dieses Ökostroms werden erneuerbare Energieträger entschieden vorangetrieben und der Bau von weiteren Biogasanlagen gefördert. Die bestechende Idee zur Unterstützung der Nachhaltigkeit in Sachen Energieproduktion wurde von der Ökogruppe des Romanshorner Pfarreirates an die Kirchgemeindeversammlung herangetragen und fand dort zum Erstaunen aller einstimmige Unterstützung.

Einsatz: 15 Rappen pro kWh

In der Schweiz werden 60 Prozent des Stroms aus nicht erneuerbaren Energiequellen und 40 Prozent aus erneuerbaren Quellen - meist Wasserkraft - gewonnen. Wer Ökostrom beziehen möchte, zahlt mit der normalen Stromrechnung zusätzlich 15 Rappen pro Kilowattstunde für die gewünschte Ökostrommenge direkt aus dem EW-Netz. Dieses Geld wird direkt dazu verwendet, neue Anlagen zu finanzieren und sukzessive den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen, wie die «Energie & Umwelt GmbH» auf ihrer Homepage (www.energieundumwelt.ch) informiert. Anreiz vielleicht für Weitere, den Anteil der Energiegewinnung aus erneuerbaren Rohstoffen zu fördern.

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