Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv des St. Galler Tagblatts vom Freitag, 5. September 1997

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Solidarität im Vordergrund»

Ökumenischer Missionstag in Romanshorn:Gespräch mit Organisatoren

Am Samstag, 6. September, laden die Missionskonferenz der evangelischen Landeskirche, die Missionskommission der katholischen Landeskirche sowie die örtlichen Kirchgemeinden zum ökumenischen Missionstag nach Romanshorn ein: In einem Gespräch erläutern die örtlichen Organisatoren Karl Zimmermann und Lotti Allenspach Hintergrund und Idee dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung.

Was heisst Missionieren in religiösem Sinn?

Karl Zimmermann, katholisches Seelsorgeteam: Früher bedeutete Mission die Ausbreitung des katholischen Glaubens. Heute versteht man darunter die Zusammenarbeit mit den jetzt bestehenden Kirchen in der sogenannten Dritten Welt. Der Gedanke der Solidarität steht jetzt im Vordergrund. Wir unterstützen die Kirchen der Dritten Welt eher materiell, während von ihnen eher geistige, theologische Impulse zu uns zurückkommen.

Lotti Allenspach, evangelische Kirchenvorsteherin: Mission heisst für mich, den christlichen Glauben weiterzutragen, den Glauben im täglichen Leben ehrlich und ungezwungen zu bezeugen. Das heisst, auf unsere Mitmenschen zu hören, mitzutragen, mitzulachen oder mitzuweinen.
Ist Missionieren heute noch aktuell, auch in bezug auf die Dritte Welt? Oder wie müsste Mission heute verstanden werden?

Karl Zimmermann: Meines Erachtens ist das traditionelle Verständnis vorbei. Aber die Idee der Neuevangelisierung taucht immer wieder auf. Das heutige Verständnis ist aber sicher noch aktuell und Solidarität ist notwendiger denn je.

Lotti Allenspach: Das Wort Mission hat heute einen bitteren Beigeschmack: Vieles an Kultur und Eigenheiten ist in fremden Ländern zerstört worden. Dadurch gerät das Gute, das Befreiende, in Vergessenheit. Aber Mission ist nicht allein eine Angelegenheit der Dritten Welt. Auch wir müssen offen sein für die Botschaft und Kraft des Evangeliums.
Was will der Missionstag in Romanshorn? Und warum wird er ökumenisch durchgeführt?

Karl Zimmermann: Dieser Nachmittag von 13.30 bis 17 Uhr im evangelischen Kirchgemeindehaus will einen Austausch zwischen Christinnen und Christen von Romanshorn und aus Afrika ermöglichen, dies auch auf kulturellem Gebiet. Darum nehmen neben dem afrikanischen Chor «Voz de Africa» auch die Kirchenchöre von Romanshorn daran teil. Er kann auch Treffpunkt für die Christen im Kanton Thurgau sein, die sich mit dem Thema Solidarität zwischen verschiedenen Kulturen beschäftigen.

Lotti Allenspach: Hilfswerke wie Brot für alle und Fastenopfer oder KEM und Missio haben gelernt, dass mit einem Miteinander mehr erreicht werden kann. Den Missionsgedanken finden wir überall, so liegt es nahe, dies in unseren Gemeinden gemeinsam zu vermitteln. Der Missionstag findet jedes zweite Jahr ökumenisch statt. Für uns ist ein solches Miteinander auch immer wieder ein Sich-miteinander-Auseinandersetzen, ein Aufeinanderhören. Und das verbindet uns auch mit dem Thema «Gemeinschaft leben in harter Zeit», das Pfarrer Jean Anatole Sabw aus Sissach aufgreifen wird.
Interview: Markus Bösch

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