Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv des St. Galler Tagblatts vom Freitag, 26. Juli 2002

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Mit der Gemeinde unterwegs sein

Vor 30 Jahren wurde Toni Bühlmann zum Priester geweiht

Zusammen mit der Gemeinde will Toni Bühlmann, der vor 30 Jahren zum Priester geweiht worden ist, unterwegs sein, solidarisch sein mit jenen, die andere brauchen. Mit Jesus Christus und seiner Botschaft.

Markus Bösch

Nach der Matura war es für Toni Bühlmann, der seit sechs Jahren als Priester in Romanshorn wirkt, klar, dass er in der Kirche mitarbeiten wollte. Damals seien Türen und Tore aufgegangen, mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sei ein frischer Wind in die Kirchen eingekehrt, eine eigentliche Aufbruchstimmung sei auszumachen gewesen, blickt er zurück. In diesem Geist begann Bühlmann 1966 das Theologiestudium. Nach seiner Weihe, die am 1. Juli 1972 im aargauischen Nussbaumen erfolgt war, machte er sich mit vielen anderen Menschen daran, das Konzil auf Landesebene umzusetzen. Zum ersten Mal arbeiteten Laien mit. «Überall war zu spüren: Die Kirche sind wir, das Volk Gottes, das unterwegs ist», kommt Toni Bühlmann ins Schwärmen.

Solidarisch mit anderen sein

In Ostermundigen hat Bühlmann in einer jungen, grossen Pfarrei als Vikar gewirkt. Jugendarbeit und Religionsunterricht standen im Mittelpunkt. In den folgenden fünf Jahren baute er in Olten die neue Stelle der Jugendseelsorge auf. Auch wegen des sich abzeichnenden Priestermangels wurden verschiedene Spezialseelsorge-Stellen eingerichtet. Bevor Bühlmann vor sechs Jahren nach Romanshorn kam, war er von 1983 bis 1996 zusammen mit Gaby und Karl Zimmermann als Pfarrer in Olten tätig. Arbeit im Team war dort angesagt, und auch in der Pfarrei St. Johannes ist Bühlmann Priester, während Gaby Zimmermann Gemeindeleiterin ist. «Menschen sollen sich für die und in der Kirche mitverantwortlich fühlen, ein Wir-Gefühl entwickeln, mitarbeiten können - dies ist mir wichtig», so Bühlmann. Christsein heisst für ihn, miteinander unterwegs zu sein. Nicht der «Herr Pfarrer» ist für Bühlmann das Haupt, sondern Jesus und seine Botschaft stünden im Zentrum. Menschen, die eine Gemeinde bilden, sich ihr verbunden fühlen - dies steht im Widerspruch zum heutigen Individualismus mit seinem Motto «Ich nehme, was ich brauche». «Demgegenüber wollen Kirche und Gemeinde solidarisch mit jenen sein, die auf andere angewiesen sind. Bei uns und in der Dritten Welt», hebt Bühlmann hervor.

Neue Impulse setzen

Früher hat die Kirche Kultur, Sport und Erwachsenenbildung wesentlich mitgeprägt. Heute haben sich die Menschen in einer Freizeitindustrie ständig zu entscheiden. Laut Toni Bühlmann braucht die ökumenische Arbeit wieder neue Impulse. «Die Ökumene ist an manchen Orten sozusagen eingeschlafen. Trotzdem bin ich optimistisch», so Toni Bühlmann. Immer wieder habe die Kirche schwierige Zeiten durchlebt. «Der Geist von Jesus lebt weiter», so Bühlmann. Für ihn heisst es weiterhin zu säen, den Boden bereitzumachen, dem Wachsen zuzusehen. Ernten werden einmal andere. Bühlmann selbst wird, sofern es seine Gesundheit zulässt, bis zum offiziellen Pensionsalter im kirchlichen Dienst bleiben.

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