Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv der Thurgauer Zeitung vom Freitag 19. Dezember 2003, Oberthurgau

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Bei «Kalinka» flossen heimlich Tränen

Die Sänger des Ural-Kosaken-Chores brachten am Mittwoch-abend mit ihren Kirchen- und Volksliedern eine Prise Russland in die katholische Kirche in Romanshorn.

Romanshorn - Zehn russische Sänger in den schlichten, traditionellen Uniformen des Ural-Garderegimentes entführten am Mittwochabend das Publikum in der katholischen Kirche in Romanshorn auf einen Kreuzzug durch den Ural. Dabei ging es aber in den präsentierten Volks- und Kirchenliedern vor allem um Land und Leute aus dem Gebirgszug, der das europäische vom asiatischen Teil Russlands trennt.

Die Sänger, die alle eine Ausbildung an Musikhochschulen absolviert haben, bereisen mit ihrem Chor während neun Monaten ganz Europa. Aus den Reihen der Ural-Kosaken ging auch Ivan Rebroff hervor. Er gehörte nach der Neugründung im Jahre 1955 viele Jahre zum Ensemble, bevor er ab den 70er-Jahren selbstständig auf Tournee ging.

Gewaltiges Stimmregister

Der Ural-Kosaken-Chor feiert im nächsten Jahr seine Gründung im Jahre 1924 im Exil in Paris mit einer Jubiläumstournee. Einen Vorgeschmack auf das Repertoire gaben die stramm in ihren Lederstiefeln angetretenen Sänger in der fast vollen katholischen Kirche in Romanshorn. Unter der Leitung von Michail Jazeniak - er ersetzte den erkrankten Dirigenten Jurji Hodowskyi - begeisterten sie das Publikum mit ihren unverfälschten und gewaltigen Stimmen. Im Chor oder als Solisten brachten sie die Eigenart des russischen Liedgutes ausgezeichnet zur Geltung. Und als sie am Schluss das bekannte Volkslied «Kalinka» anstimmten, gab es im Publikum kein Halten mehr. Alles klatschte und sang im Takt mit den zehn Kosaken mit, und manche Besucherin und mancher Besucher - unter ihnen auffallend viele russischer Herkunft - wischten sich bei dieser traditionellen Melodie heimlich einige Tränen aus den feuchten Augen. (rst.)

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