Katholische Pfarrei Romanshorn
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Archiv der Thurgauer Zeitung vom Donnerstag 26. Februar 2004, Oberthurgau

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Das Alter soll bezahlbar bleiben

Die Aussichten sind nicht rosig: Dennoch soll das Alter bezahlbar bleiben, braucht es die Anstrengungen aller Altersgruppen und der Politik. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung Romanshorn hatte Fachleute aus der Altersarbeit eingeladen.

Romanshorn - Die Altersvorsorge steht auf Platz drei des Sorgenbarometers der Schweizer Bevölkerung. Auch weil die Finanzierung des Alters und der Pflege im Alter zunehmend in Frage gestellt ist. Petra Müller, Versicherungsfachfrau; Silvia Tobler, Stellenleiterin der Pro Senectute Romanshorn; Brigitte Stahel, Berufsschullehrerin im Pflegebereich, und Kantonsrat Hannes Stricker informierten an einem Podiumsgespräch über Fakten, Möglichkeiten und Zukunftsaussichten.

Eine Mehrheit der rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer glaubt gemäss einer ersten Umfrage, dass die AHV-Leistungen gleich bleiben, dass die Gesundheitskosten auch in den kommenden 20 Jahren noch steigen werden. Petra Müller versuchte die Frage grundsätzlich zu beantworten. Änderungen der Zins- und Umwandlungssätze, die steigende Lebenserwartung und die zunehmende Zahl der Frühpensionierten beeinflussten die eingangs gestellte Frage.

Mehr Ergänzungsleistungen

Zu denken gebe auch, dass eine Mehrheit der Heimbewohnerinnen und -bewohner Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe oder Verwandtenunterstützung benötigen. Mit den gleichen Zahlen zeichnete auch Silvia Tobler ein aufrüttelndes Bild. Ob das Alter bezahlbar sei oder bleibe, hänge auch vom Zivilstand ab. Ergänzungsleistungen würden vor allem (32 Prozent) von geschiedenen Personen bezogen. Und fast 11 Prozent der AHV-Rentner im Thurgau seien angewiesen auf solche Leistungen. Drei Viertel dieser Ausgaben werden von Kanton und Gemeinden getragen.

Älter, aber auch gesünder

Auf politischer Ebene sei dies ein Grund mehr, das im Mai zur Abstimmung gelangende Steuergesetz abzulehnen, ist Hannes Stricker überzeugt. Ergänzungsleistungen werden durch Steuergelder erst möglich. Dennoch sei in der geschilderten Problematik festzuhalten: Die Bevölkerung altert je länger, desto gesünder.

90 Prozent der über 65-Jährigen lebe zu Hause. Pflege in Anspruch nähmen vor allem die über 80-Jährigen, so die prägnanten Äusserungen von Brigitte Stahel. «Für mich stellt sich die drängende Frage, wer denn in Zukunft noch pflegen wird und wer dies bezahlen wird. Bei derzeit einem Drittel Einzelhaushalten und 60 Prozent Menschen, die keine Nachkommen haben. Für die Pflegeverbände ist klar, dass Pflege zugänglich und bezahlbar bleiben muss für alle. Und die Angehörigen müssen mehr entlastet werden.»

Alle sind gefordert

In der Analyse und in den Visionen waren sich die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer weitgehend einig: Politisch und gesellschaftlich sei das System als Ganzes zu entlasten, und da seien alle Beteiligten gefordert. Hannes Stricker plädierte für sinnvolle Tätigkeitsfelder für die Fähigkeiten der alten Menschen, für einen Generationenvertrag mit neuen Lösungen, die für alle stimmen. Für die Finanzierung seien bestehende und auch neue Lenkungsabgaben heranzuziehen. Silvia Tobler sprach einer flexiblen Pensionierung, auch Teilzeitpensionierungen, das Wort. Und warum nicht die BVG-Quoten brechen, die älteren Arbeitnehmer teuer machen. (mbö.)

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