Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch Jesus Sirach, Kapitel 6

1 Schlimmen Ruf und Schande erntet die schmähsüchtige Frau, / ebenso schlecht ist der doppelzüngige Mann.
2 Verfall nicht der Macht deiner Gier; / sie wird wie ein Stier deine Kraft abweiden.
3 Dein Laub wird sie fressen, deine Früchte verderben / und dich zurücklassen wie einen dürren Baum.
4 Freche Gier richtet ihre Opfer zugrunde / und macht sie zum Gespött des Feindes.

Die Freundschaft

5 Sanfte Rede erwirbt viele Freunde, / freundliche Lippen sind willkommen.
6 Viele seien es, die dich grüssen, / dein Vertrauter aber sei nur einer aus tausend.
7 Willst du einen Freund gewinnen, / gewinne ihn durch Erprobung, / schenk ihm nicht zu schnell dein Vertrauen!
8 Mancher ist Freund je nach der Zeit, / am Tag der Not hält er nicht stand.
9 Mancher Freund wird zum Feind, / unter Schmähungen deckt er den Streit mit dir auf.
10 Mancher ist Freund als Gast am Tisch, / am Tag des Unheils ist er nicht zu finden.
11 In deinem Glück ist er eins mit dir, / in deinem Unglück trennt er sich von dir.
12 Trifft dich ein Unglück, wendet er sich gegen dich / und hält sich vor dir verborgen.
13 Von deinen Feinden halte dich fern, / vor deinen Freunden sei auf der Hut!
14 Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; / wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.
15 Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, / nichts wiegt seinen Wert auf.
16 Das Leben ist geborgen bei einem treuen Freund, / ihn findet, wer Gott fürchtet.
17 Wer den Herrn fürchtet, hält rechte Freundschaft, / wie er selbst, so ist auch sein Freund.

Der Weg zur Weisheit

18 Mein Sohn, lerne Zucht von Jugend an / und du wirst Weisheit gewinnen, bis du ergraut bist.
19 Wie ein Pflüger und Schnitter geh auf sie zu / und warte auf ihren reichen Ertrag! Du wirst in ihrem Dienst nur wenig Mühe haben / und bald ihre Früchte geniessen.
20 Rau ist sie für den Toren, / wer ohne Einsicht ist, erträgt sie nicht.
21 Wie ein schwerer Stein lastet sie auf ihm, / er zögert nicht, sie abzuwerfen.
22 Denn die Zucht ist wie ihr Name, / vielen ist sie unbequem.
23 Höre, mein Sohn, nimm meine Lehre an, / verschmäh nicht meinen Rat!
24 Bring deine Füsse in ihre Fesseln, / deinen Hals unter ihr Joch!
25 Beuge deinen Nacken und trage sie, / werde ihrer Stricke nicht überdrüssig!
26 Mit ganzem Herzen schreite auf sie zu, / mit voller Kraft halte ihre Wege ein!
27 Frage und forsche, suche und finde! / Hast du sie erfasst, lass sie nicht wieder los!
28 Denn schliesslich wirst du bei ihr Ruhe finden, / sie wandelt sich dir in Freude.
29 Ihre Fessel wird dir zum sicheren Schutz, / ihre Stricke werden zu goldenen Gewändern.
30 Ein Goldschmuck ist ihr Joch, / ihre Garne sind ein Purpurband.
31 Als Prachtgewand kannst du sie anlegen, / sie aufsetzen als herrliche Krone.
32 Wenn du willst, mein Sohn, kannst du weise werden, / du wirst klug, wenn du dein Herz darauf richtest.
33 Bist du bereit zu hören, so wirst du belehrt, / neigst du dein Ohr, erlangst du Bildung.
34 Verweile gern im Kreis der Alten, / wer weise ist, dem schliess dich an!
35 Lausche gern jeder ernsten Rede, / keinen Weisheitsspruch lass dir entgehen!
36 Achte auf den, der Weisheit hat, und suche ihn auf; / dein Fuss trete seine Türschwelle aus.
37 Achte auf die Furcht vor dem Herrn, / sinn allezeit über seine Gebote nach! Dann gibt er deinem Herzen Einsicht, / er macht dich weise, wie du es begehrst.