Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch Jesus Sirach, Kapitel 32

1 Wenn du das Gastmahl leitest, überheb dich nicht, / sei unter den Gästen wie einer von ihnen! Sorg erst für sie, dann setz dich selbst, / trag erst auf, was sie brauchen, dann lass dich nieder,
2 damit du dich über sie freuen kannst / und für dein gutes Benehmen Beifall findest.
3 Ergreife das Wort, alter Mann, denn dir steht es an. / Doch schränke die Belehrung ein / und halte den Gesang nicht auf!
4 Wo man singt, schenk nicht kluge Reden aus! / Was willst du zur Unzeit den Weisen spielen?
5 Ein Rubin an goldenem Geschmeide, / das ist ein schönes Lied beim Weingelage.
6 Ein Smaragdsiegel in goldener Fassung, / das ist ein Gesang bei köstlichem Wein.
7 Als Jüngerer ergreife das Wort nur, wenn du musst, / wenn man dich nachdrücklich zwei- oder dreimal auffordert.
8 Dräng die Worte zusammen, fasse dich kurz, / sei wie einer, der etwas weiss, aber auch schweigen kann.
9 Im Kreis der Vornehmen überheb dich nicht, / behellige Ältere nicht durch viele Fragen!
10 Vor dem Hagel leuchtet der Blitz, / vor dem Bescheidenen leuchtet die Gunst.
11 Wenn es Zeit ist, bleib nicht länger, / geh nach Haus und sei nicht ausgelassen;
12 dort sei lustig und überlass dich deiner Stimmung, / in Gottesfurcht, nicht in Unverstand.
13 Und für all das preise deinen Schöpfer, / der dich mit seinen Gaben erfreut hat.

Der Weise und das Gesetz Gottes

14 Wer Gott sucht, nimmt Belehrung an, / wer sich ihm zuwendet, erhält Antwort.
15 Wer im Gesetz forscht, entdeckt seinen Wert, / wer aber heuchelt, verfängt sich darin.
16 Wer den Herrn fürchtet, weiss, was recht ist, / aus dem Dunkel lässt er sicheren Rat aufleuchten.
17 Der Ruchlose lehnt Zurechtweisung ab, / er verdreht das Gesetz, wie er es braucht.
18 Der Weise verbirgt die Einsicht nicht, / der Überhebliche und der Zuchtlose lehnen Belehrung ab.
19 Tu nichts ohne Rat und Überlegung, / dann hast du dir nach der Tat nichts vorzuwerfen.
20 Geh nicht auf einem Weg voller Fallstricke, / dann werden deine Füsse nicht anstossen und straucheln.
21 Fühle dich unterwegs nie sicher vor Räubern /
22 und sei vorsichtig auf deinen Pfaden!
23 Bei all deinem Tun achte auf dich selbst; / denn wer dies tut, beachtet das Gebot.
24 Wer das Gesetz hält, achtet auf sich selbst; / wer auf den Herrn vertraut, wird nicht zuschanden.