Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch Jesus Sirach, Kapitel 39

1 Die Weisheit aller Vorfahren ergründet er / und beschäftigt sich mit den Weissagungen;
2 er achtet auf die Reden berühmter Männer / und in die Tiefen der Sinnsprüche dringt er ein.
3 Er erforscht den verborgenen Sinn der Gleichnisse / und verweilt über den Rätseln der Sinnsprüche.
4 Im Kreis der Grossen tut er Dienst / und erscheint vor den Fürsten; er bereist das Land fremder Völker, / erfährt Gutes und Böses unter den Menschen;
5 er richtet seinen Sinn darauf, / den Herrn, seinen Schöpfer, zu suchen, / und betet zum Höchsten;er öffnet seinen Mund zum Gebet / und fleht wegen seiner Sünden.
6 Wenn Gott, der Höchste, es will, / wird er mit dem Geist der Einsicht erfüllt: Er bringt eigene Weisheitsworte hervor / und im Gebet preist er den Herrn.
7 Er versteht sich auf Rat und Erkenntnis / und erforscht die Geheimnisse;
8 er trägt verständige Lehre vor / und das Gesetz des Herrn ist sein Ruhm.
9 Viele loben seine Einsicht; / sie wird niemals vergehen. Sein Andenken wird nicht schwinden, / sein Name lebt fort bis in ferne Geschlechter.
10 Von seiner Weisheit erzählt die Gemeinde, / sein Lob verkündet das versammelte Volk.
11 Solange er lebt, wird er mehr gelobt als tausend andere; / geht er zur Ruhe ein, genügt ihm sein Nachruhm.

Die Einladung zum Gotteslob

12 Weiterhin will ich mit Überlegung reden; / denn ich bin angefüllt wie der volle Mond.
13 Hört mich, ihr frommen Söhne, und ihr werdet gedeihen / wie die Zeder, die am Wasserlauf wächst.
14 Ihr werdet Duft verströmen wie der Weihrauch, / ihr werdet Blüten treiben wie die Lilie. Erhebt die Stimme und singt im Chor, / preist den Herrn für all seine Werke!
15 Verherrlicht seinen Namen, / feiert ihn mit Lobgesang, / mit Liedern zu Harfe und Saitenspiel! Sprecht unter lautem Jubel: /
16 Alle Werke Gottes sind gut, / sie genügen zur rechten Zeit für jeden Bedarf.
17 Durch sein Wort stellt er das Meer hin wie einen Wall, / durch den Befehl seines Mundes seinen Wasserspeicher.
18 Was er will, geschieht ohne Verzug, / kein Hindernis gibt es für seine Hilfe.
19 Das Tun aller Menschen liegt vor ihm, / nichts ist verborgen vor seinen Augen.
20 Von Ewigkeit zu Ewigkeit blickt er hernieder. / Gibt es eine Grenze für seine Hilfe? Nichts ist klein und gering bei ihm, / nichts ist für ihn zu unbegreiflich und zu schwer.
21 Man sage nicht: Wozu dies, wozu das? / Denn alles ist für seinen besonderen Zweck bestimmt. Man sage nicht: Dies ist schlechter als das. / Denn alles ist zu seiner Zeit von Wert.
22 Sein Segen strömt über wie der Nil, / wie der Eufrat tränkt er den Erdkreis.
23 So hat auch sein Zorn ganze Völker vertrieben, / er hat wasserreiches Land zur Salzwüste gemacht.
24 Seine Pfade sind für die Rechtschaffenden eben, / wie sie für die Verbrecher unwegsam sind.
25 Von Anbeginn hat er Gutes den Guten zugeteilt, / doch den Schlechten Gutes und Schlechtes.
26 Das Nötigste im Leben des Menschen sind: / Wasser, Feuer, Eisen und Salz, / kräftiger Weizen, Milch und Honig, / Blut der Trauben, Öl und Kleidung.
27 All dies dient den Guten zum Guten, / doch für die Schlechten verwandelt es sich in Schlechtes.
28 Es gibt Winde, die für das Gericht geschaffen sind / und durch ihr Wüten Berge versetzen. Ihre Kraft schütten sie aus zur Zeit des Verderbens / und stillen den Zorn ihres Schöpfers.
29 Feuer und Hagel, Hunger und Pest, / auch sie sind für das Gericht erschaffen,
30 reissende Tiere, Skorpion und Natter, / rächendes Schwert zur Vernichtung der Frevler:Alle diese Dinge sind zu ihrem Zweck erschaffen, / sie sind im Speicher aufbewahrt / und zu ihrer Zeit werden sie losgelassen.
31 Wenn er ihnen befiehlt, jauchzen sie auf, / sie erfüllen ihren Auftrag, / ohne seinem Wort zu widerstreben.
32 Darum stand es bei mir von Anfang an fest, / ich bedachte es und lege es schriftlich nieder:
33 Alle Werke Gottes sind gut, / sie genügen zur rechten Zeit für jeden Bedarf.
34 Man sage nicht: Dies ist schlechter als das. / Denn alles ist zu seiner Zeit von Wert.
35 Nun jubelt von ganzem Herzen / und preist den Namen des Heiligen!