Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch der Sprichwörter, Kapitel 7

1 Mein Sohn, achte auf meine Worte, / meine Gebote verwahre bei dir!
2 Achte auf meine Gebote, damit du am Leben bleibst, / hüte meine Lehre wie deinen Augapfel!
3 Binde sie dir an die Finger, / schreib sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Sag zur Weisheit: Du bist meine Schwester!, / und nenne die Klugheit deine Freundin!
5 Sie bewahrt dich vor der Frau eines andern, / vor der Fremden, die verführerisch redet.
6 Vom Fenster meines Hauses, / durch das Gitter, habe ich ausgeschaut;
7 da sah ich bei den Unerfahrenen, / da bemerkte ich bei den Burschen / einen jungen Mann ohne Verstand:
8 Er ging über die Strasse, bog um die Ecke / und nahm den Weg zu ihrem Haus;
9 als der Tag sich neigte, in der Abenddämmerung, / um die Zeit, da es dunkel wird und die Nacht kommt.
10 Da! Eine Frau kommt auf ihn zu, / im Kleid der Dirnen, mit listiger Absicht;
11 voll Leidenschaft ist sie und unbändig, / ihre Füsse blieben nicht mehr im Haus;
12 bald auf den Gassen, bald auf den Plätzen, / an allen Strassenecken lauert sie.
13 Nun packt sie ihn, küsst ihn, / sagt zu ihm mit keckem Gesicht:
14 Ich war zu Heilsopfern verpflichtet / und heute erfüllte ich meine Gelübde.
15 Darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, / ich habe dich gesucht und gefunden.
16 Ich habe Decken über mein Bett gebreitet, / bunte Tücher aus ägyptischem Leinen;
17 ich habe mein Lager besprengt / mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18 Komm, wir wollen bis zum Morgen in Liebe schwelgen, / wir wollen die Liebeslust kosten.
19 Denn mein Mann ist nicht zu Hause, / er ist auf Reisen, weit fort.
20 Den Geldbeutel hat er mitgenommen, / erst am Vollmondstag kehrt er heim.
21 So macht sie ihn willig mit viel Überredung, / mit schmeichelnden Lippen verführt sie ihn.
22 Betört folgt er ihr, / wie ein Ochse, den man zum Schlachten führt, / wie ein Hirsch, den das Fangseil umschlingt,
23 bis ein Pfeil ihm die Leber zerreisst; / wie ein Vogel, der in das Netz fliegt / und nicht merkt, dass es um sein Leben geht.
24 Darum, ihr Söhne, hört auf mich, / achtet auf meine Reden!
25 Dein Herz schweife nicht ab auf ihre Wege, / verirre dich nicht auf ihre Pfade!
26 Denn zahlreich sind die Erschlagenen, / die sie gefällt hat; / viele sind es, die sie ermordet hat;
27 ihr Haus ist ein Weg zur Unterwelt, / er führt zu den Kammern des Todes.