Katholische Pfarrei Romanshorn
Details zu den einzelnen Fotos? - Klicken Sie darauf!
Pfarramt+Kontakt+Adressen Pfarramt + Kontakt + AdressenSitemap SitemapImpressum Impressum

Das Buch der Sprichwörter, Kapitel 8

1 Ruft nicht die Weisheit, / erhebt nicht die Klugheit ihre Stimme?
2 Bei der Stadtburg, auf den Strassen, / an der Kreuzung der Wege steht sie;
3 neben den Toren, wo die Stadt beginnt, / am Zugang zu den Häusern ruft sie laut:
4 Euch, ihr Leute, lade ich ein, / meine Stimme ergeht an alle Menschen:
5 Ihr Unerfahrenen, werdet klug, / ihr Törichten, nehmt Vernunft an!
6 Hört her! Aufrichtig rede ich. / Redlich ist, was meine Lippen reden.
7 Die Wahrheit spricht meine Zunge, / Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel.
8 Alle meine Worte sind recht, / keines von ihnen ist hinterhältig und falsch.
9 Für den Verständigen sind sie alle klar / und richtig für den, der Erkenntnis fand.
10 Nehmt lieber Bildung an als Silber, / lieber Verständnis als erlesenes Gold!
11 Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, / keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.
12 Ich, die Weisheit, verweile bei der Klugheit, / ich entdecke Erkenntnis und guten Rat.
13 Gottesfurcht verlangt, Böses zu hassen. / Hochmut und Hoffart, schlechte Taten / und einen verlogenen Mund hasse ich.
14 Bei mir ist Rat und Hilfe; / ich bin die Einsicht, bei mir ist Macht.
15 Durch mich regieren die Könige / und entscheiden die Machthaber, wie es Recht ist;
16 durch mich versehen die Herrscher ihr Amt, / die Vornehmen und alle Verwalter des Rechts.
17 Ich liebe alle, die mich lieben, / und wer mich sucht, der wird mich finden.
18 Reichtum und Ehre sind bei mir, / angesehener Besitz und Glück;
19 meine Frucht ist besser als Gold und Feingold, / mein Nutzen übertrifft wertvolles Silber.
20 Ich gehe auf dem Weg der Gerechtigkeit, / mitten auf den Pfaden des Rechtes,
21 um denen, die mich lieben, Gaben zu verleihen / und ihre Scheunen zu füllen.
22 Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, / vor seinen Werken in der Urzeit;
23 in frühester Zeit wurde ich gebildet, / am Anfang, beim Ursprung der Erde.
24 Als die Urmeere noch nicht waren, / wurde ich geboren, / als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.
25 Ehe die Berge eingesenkt wurden, / vor den Hügeln wurde ich geboren.
26 Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren / und alle Schollen des Festlands.
27 Als er den Himmel baute, war ich dabei, / als er den Erdkreis abmass über den Wassern,
28 als er droben die Wolken befestigte / und Quellen strömen liess aus dem Urmeer,
29 als er dem Meer seine Satzung gab / und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften,
30 als er die Fundamente der Erde abmass, / da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit.
31 Ich spielte auf seinem Erdenrund / und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.
32 Nun, ihr Söhne, hört auf mich! / Wohl dem, der auf meine Wege achtet.
33 Hört die Mahnung und werdet weise, / lehnt sie nicht ab!
34 Wohl dem, der auf mich hört, / der Tag für Tag an meinen Toren wacht / und meine Türpfosten hütet.
35 Wer mich findet, findet Leben / und erlangt das Gefallen des Herrn.
36 Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; / alle, die mich hassen, lieben den Tod.