Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch der Sprichwörter, Kapitel 9

1 Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, / ihre sieben Säulen behauen.
2 Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt / und schon ihren Tisch gedeckt.
3 Sie hat ihre Mägde ausgesandt / und lädt ein auf der Höhe der Stadtburg:
4 Wer unerfahren ist, kehre hier ein. / Zum Unwissenden sagt sie:
5 Kommt, esst von meinem Mahl / und trinkt vom Wein, den ich mischte.
6 Lasst ab von der Torheit, dann bleibt ihr am Leben, / und geht auf dem Weg der Einsicht!
7 Wer den Zuchtlosen tadelt, erntet Schimpf, / wer den Frevler rügt, erntet Schande.
8 Rüge den Zuchtlosen nicht; sonst hasst er dich. / Rüge den Weisen, dann liebt er dich.
9 Unterrichte den Weisen, damit er noch weiser wird; / belehre den Gerechten, damit er dazulernt.
10 Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht.
11 Ja, durch mich werden deine Tage zahlreich, / nehmen die Jahre deines Lebens zu.
12 Bist du weise, so bist du weise zum eigenen Nutzen, / bist du aber unbeherrscht, hast du allein es zu tragen.
13 Frau Torheit fiebert nach Verführung; / das ist alles, was sie versteht.
14 Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses / auf einem Sessel bei der Stadtburg,
15 um die Vorübergehenden einzuladen, / die geradeaus ihre Pfade gehen:
16 Wer unerfahren ist, kehre hier ein. / Zum Unwissenden sagt sie:
17 Süss ist gestohlenes Wasser, / heimlich entwendetes Brot schmeckt lecker.
18 Und er weiss nicht, dass Totengeister dort hausen, / dass ihre Gäste in den Tiefen der Unterwelt sind.