Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch der Sprichwörter, Kapitel 15

1 Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, / eine kränkende Rede reizt zum Zorn.
2 Die Zunge der Weisen verkündet Erkenntnis, / der Mund der Narren sprudelt Torheit hervor.
3 An jedem Ort sind die Augen des Herrn, / sie wachen über Gute und Böse.
4 Eine sanfte Zunge ist ein Lebensbaum, / eine falsche Zunge bricht das Herz.
5 Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters, / wer auf Zurechtweisung achtet, ist klug.
6 Im Haus des Gerechten gibt es reichen Vorrat, / was der Frevler erwirbt, wird zerschlagen.
7 Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, / das Herz der Toren ist verkehrt.
8 Das Opfer der Frevler ist dem Herrn ein Gräuel, / am Gebet der Rechtschaffenen aber hat er Gefallen.
9 Ein Gräuel ist dem Herrn der Weg des Frevlers, / wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
10 Schlimme Strafe trifft den, der den rechten Pfad verlässt, / wer Zurechtweisung hasst, muss sterben.
11 Totenreich und Unterwelt liegen offen vor dem Herrn, / wie viel mehr die Herzen der Menschen.
12 Ein Zuchtloser liebt es nicht, dass man ihn rügt, / zu weisen Menschen begibt er sich nicht.
13 Ein fröhliches Herz macht das Gesicht heiter, / Kummer im Herzen bedrückt das Gemüt.
14 Das Herz des Verständigen sucht Erkenntnis, / der Mund der Toren ergeht sich in Torheit.
15 Der Bedrückte hat lauter böse Tage, / der Frohgemute hat ständig Feiertag.
16 Besser wenig in Gottesfurcht / als reiche Schätze und keine Ruhe.
17 Besser ein Gericht Gemüse, wo Liebe herrscht, / als ein gemästeter Ochse und Hass dabei.
18 Ein hitziger Mensch erregt Zank, / ein langmütiger besänftigt den Streit.
19 Der Weg des Faulen ist wie ein Dornengestrüpp, / der Pfad der Redlichen aber ist gebahnt.
20 Ein kluger Sohn macht dem Vater Freude, / nur ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.
21 Torheit macht dem Unverständigen Freude, / der einsichtige Mann geht den geraden Weg.
22 Wo es an Beratung fehlt, da scheitern die Pläne, / wo viele Ratgeber sind, gibt es Erfolg.
23 Jeden freut es, wenn er (kluge) Antwort geben kann, / und wie gut ist doch ein Wort zur rechten Zeit.
24 Einen Lebenspfad zur Höhe gibt es für den Klugen, / damit er der Totenwelt drunten entgeht.
25 Das Haus der Stolzen reisst der Herr nieder, / den Grenzstein der Witwe aber macht er fest.
26 Die Pläne des Bösen sind dem Herrn ein Gräuel, / aber freundliche Reden gefallen ihm.
27 Wer sich durch Raub bereichert, zerstört sein Haus, / wer Bestechung von sich weist, wird lange leben.
28 Der Gerechte überlegt sich im Herzen jede Antwort, / aber der Mund der Frevler sprudelt Schlechtes hervor.
29 Fern ist der Herr den Frevlern, / doch das Gebet der Gerechten hört er.
30 Strahlende Augen erfreuen das Herz, / frohe Kunde labt den Leib.
31 Ein Ohr, das auf heilsame Mahnungen hört, / hält sich unter den Weisen auf.
32 Wer Zucht abweist, verachtet sich selbst; / wer aber auf Mahnungen hört, erwirbt Verstand.
33 Gottesfurcht erzieht zur Weisheit / und Demut geht der Ehre voran.