Katholische Pfarrei Romanshorn
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Das Buch der Sprichwörter, Kapitel 22

1 Guter Ruf ist kostbarer als grosser Reichtum, / hohes Ansehen besser als Silber und Gold.
2 Reiche und Arme begegnen einander, / doch der Herr hat sie alle erschaffen.
3 Der Kluge sieht das Unheil und verbirgt sich, / die Unerfahrenen laufen weiter und müssen es büssen.
4 Der Lohn für Demut und Gottesfurcht / ist Reichtum, Ehre und Leben.
5 Dornen und Schlingen liegen auf dem Weg des Falschen; / wer sein Leben behütet, bleibt ihnen fern.
6 Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, / dann weicht er auch im Alter nicht davon ab.
7 Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt, / der Schuldner ist seines Gläubigers Knecht.
8 Wer Unrecht sät, erntet Unheil, / der Stecken seines Übermuts versagt.
9 Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet, / weil er den Armen von seinem Brot gibt.
10 Vertreib den Zuchtlosen, so schwindet der Zank, / Streiten und Schimpfen hören auf.
11 Wer die Lauterkeit des Herzens liebt - / wegen seiner gefälligen Rede wird der König sein Freund.
12 Die Augen des Herrn behüten den Einsichtigen, / das Gerede des Verräters bringt er zu Fall.
13 Der Faule sagt: Ein Löwe ist draussen, / mitten auf der Strasse käme ich ums Leben.
14 Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; / wem der Herr zürnt, der fällt hinein.
15 Steckt Torheit im Herzen des Knaben, / die Rute der Zucht vertreibt sie daraus.
16 Wer den Armen bedrückt, macht ihn reich, / wer dem Reichen gibt, macht ihn arm.

Die Worte von Weisen: 22,17 - 24,33

Eine Sprichwörtersammlung

17 Worte von Weisen: Neige mir dein Ohr zu und hör auf meine Worte, / nimm dir meine Lehren zu Herzen!
18 Schön ist es, wenn du sie in deinem Innern bewahrst; / sie mögen fest wie ein Zeltpflock auf deinen Lippen haften.
19 Damit dein Vertrauen auf dem Herrn steht, / lehre ich dich heute seinen Weg.
20 Habe ich nicht dreissig Sätze für dich aufgeschrieben / als wissenswerte Ratschläge,
21 um dir verlässliche Worte mitzuteilen, / damit du deinem Auftraggeber antworten kannst?
22 Beraube den Schwachen nicht, denn er ist ja so schwach, / zertritt den Armen nicht am Tor!
23 Denn der Herr führt den Rechtsstreit für sie / und raubt denen das Leben, die sie berauben.
24 Befreunde dich nicht mit dem Jähzornigen, / verkehre nicht mit einem Hitzkopf,
25 damit du dich nicht an seine Pfade gewöhnst / und dir eine Schlinge legst für dein Leben.
26 Sei nicht unter denen, die sich durch Handschlag verpflichten, / die Bürgschaft leisten für Schulden;
27 wenn du nicht zahlen kannst, / nimmt man dein Bett unter dir weg.
28 Verschieb nicht die alte Grenze, / die deine Väter gesetzt haben.
29 Siehst du einen, der gewandt ist in seinem Beruf: / vor Königen wird er dienen. / [Nicht wird er vor Niedrigen dienen.]